So anders und doch so gleich,
so bunt und strahlend und doch so verdreckt und erschreckend ungepflegt,
so liebevoll und doch so hart,
vielleicht einfach doch so anders?!

Montag, 31. Januar 2011

Hunde. 

Hunde sind hier das Kuscheltier und das Arschloch. Gleichzeitig und widersprüchlich ohne Ende!

Einerseits wird mit den Welpen gespielt und erwartet dass der Hund dankbar ist wenn er gestreichelt wird. Andererseits wird mit Steinen geworfen, geschlagen und getreten wenn er zu laut bellt, im Weg ist oder einfach nur nervt.
Leider muss ich sagen dass sich hier ein deutlicher Unterschied zwischen Buddhisten und Hinduisten zeigt, denn dem Buddhist ist es von seiner Religion her verboten, fühlenden Wesen Schaden zuzufügen. Ein Grundsatz ist: "Helfe allen fühlenden Wesen! Wenn du dazu nicht in der Lage bist, füge keinem von Ihnen Schaden zu."
Der Hinduist sagt: alles was kein Mensch ist, hat schlechtes Karma und darf somit behandelt werden, wie es denen mit gutem Karma (dem Menschen) beliebt. Der Hund bzw. jedes Lebewesen außer der Kuh und dem Menschen wird zum Sündenbock und Frustablassungsobjekt in einem. Es ist aber auch langsam aber stetig zu beobachten dass sich dieses Verhalten verändert.
Anstatt zu lachen wenn ich einen Hund überfahre, die Knochen unter den Rädern des Autos spürend, nehme ich als Buddhist trächtige Hündinnen auf und sorge dafür, dass die Welpen ein zu Hause finden.
Ich gebe zu dass meine Darstellung grade zu Schwarz-Weißmalerei neigt, aber es tut einfach weh zu sehen wie der Taxifahrer hämisch lacht wenn wir einen Hund überfahren. Wohl eine meiner schwierigsten Situationen hier. Es wäre Platz gewesen auszuweichen. Ich wünsche und hoffe, dass sie oder er sofort tot war.
Das mag grade alles etwas einseitig negativ wirken, aber ich möchte einfach nur zum Ausdruck bringen, das diesen Thema hier ein sehr sensibles ist und es nicht immer einfach ist damit umzugehen.
Es gibt ausreichend viele, wunderbare Situationen von Einheimischen auch den Hunde gegenüber. Wie z.B. die Tibeterin die vor unserem Haus die Hunde jeden Morgen füttert. Ich könnte sie knutschen dafür!



Es gibt auch andere Seiten hier: es hat sich ein Streetdogcarecenter aufgebaut was sehr kranke oder stark verletzte Hunde aufnimmt und behandelt soweit es möglich ist. Zudem ist es das Ziel jeden Samstag einen Kliniktisch an der Stupa zu haben, zur Zeit haben wir bloß leider keinen Tierarzt der sich bereiterklärt die Arbeit unendgeltlich zu verrichten. Wieder das alte Thema: Money, money, money... Hier helfen neben unzähligen Ausländern wie mir auch einige Nepalis bzw Ethnotibeter, wahre Schätze die Guten.
Dank diesem Engagement leben einige Hunde besser bzw. überhaupt noch.


Nachdem sie genesen sind, werden die Hunde wieder in die Freiheit entlassen, da sie so an das Straßenleben gewöhnt sind, dass sie nicht an einen Besitzer vermittelt werden können ohne durchzudrehen. Vielen dieser Hunde begegnet man in den Straßen und um die Stupa, wie z.b. Zorro und Jasmin, ein wunderbares und unfassbar freches Pärchen. Zorro liebt es einem in die Hacken zu kneifen. Ginger mit ihren zwei süßen Puppies. Skinny, die mittlerweile wieder Haare hat und
bald wird auch wieder Akira (übersetzt: Mugget oder Made, er hatte eine Kopfwunde wo sich Maden angesiedelt haben, sarkastisch ich weiß) in den verwinkelten Gassen Boudhas umherstreunen und so viele, viele mehr.

Beim Büro gibt es einen der typischent tibetischen weißen Feudel, Nakali --> Lady oder Diva. Das passt zu der kleinen. So schräg sie auch aussehen mag, ist sie ein wunderbares hyperaktives Fellknäuel :D


Es macht Spaß mit den Hunden in den Straßen zu tollen, einfach sich ein paar Minuten zu ihnen zu gesellen, sie zu streicheln, zu kraulen und einfach da zu sei, den Menschen zu zeigen, dass es auch so geht!

Dienstag, 11. Januar 2011

Beispiel, Vorleben, eine Möglichkeit?

Er hatte diesen Park mit aufgebaut, hatte durch seine Kontakte den Bürgermeister dazu gebracht, diese Müllhalde endlich aufzuräumen.
Menschen saßen und aßen in diesem Müll! Kinder spielten, Männer pissten und Hunde suchten nach Essensresten. Krähen krächzten gierig und Spatzen zwitscherten inmitten des Abfalls.
Innerhalb von zwei Tagen war der Müll weggeräumt und fruchtbare Erde aufgeschüttet. Pflanzen und Bäume konnten gepflanzt werden, in ein paar Jahren würde es hier in seiner Vorstellung einer kleinen Oase gleichen, inmitten der Smog-hustenden Stadt. Blumen würden Blühen, Momos würden besser schmecken, es wäre schön. Wie unerwartet wenig das alles kostet.
Pflanzen sind gepflanzt, Menschen sitzen und essen. Kein Müll.

Es sind ein paar Jahre vergangen und er kehrt zurück, möchte sehen was aus seinem Projekt geworden ist. Er geht um die letzte Straßenecke und sieht seinen kleinen Park, bräunlich grün, Plastik an vielen Stellen. Zurück zu den Ursprüngen, um es sarkastisch zu nehmen.
Studenten essen Momos und scheren sich nicht ersichtlich um ihre Umwelt.

Er kann und will den Müll nicht einfach akzeptieren. Also geht er zum Momoladen und fragt nach einem Kucho, dem hiesigen Besen. Er geht in den Park und fängt an den Müll zusammenzufegen und zu sammeln. Er fegt ihn an die Straße, täglich wird der abgeholt. So ist es jedenfalls erdacht. Jeden Tag fragen ihn Menschen warum er das tut. Immer mehr werden es.Ein Student fragt. Er antwortet: "Ich möchte nicht, dass Menschen wie du im Müll ihre Momos essen müssen". Er tut das jeden Tag, eine Woche lang. Dann muss er weiter.

Wieder ist einige Zeit verstrichen. Wie es wohl jetzt aussieht?

Samstag, 8. Januar 2011

Weihnachten, Silvester und alles irgendwie ganz anders!

Weihnachten wird eigentlich nicht gefeiert, Silverster kennen schon wieder mehr und alles andere ist sowieso anders. Man könnte es ein etwas anderes Fest nennen.

Seit dem 20.12 war eine gute Freundin von mir zu Besuch und die erste Zeit wird jetzt richtig einsam werden, aber auch daran werde ich mich wieder gewöhnen. Diese Letzte Zeit war unglaublich viel los. Unglaublich viel gesehen und erlebt und viele Leute kennen gelernt und wieder getroffen und es hat sich einiges Neues ergeben.

Über Weihnachten sind wir nach Pokhara gefahren und haben dort mit noch einigen anderen Deutschen zusammen gefeiert. Einige bzw fast alle davon kannte ich schon mehr oder weniger lang und es war eine bunt gemischte Truppe, die vermutlich die einen oder anderen anderen Gäste etwas erstaunt und verblüfft hat :D ein eher unkonventioneller Heiligabend.

Die weitere Zeit hier haben wir/ich entspannt und lustig verlebt, einen unglaublichen Sonnenaufgang erlebt,







mit einer schweizer Nonne Weihnachtsschmaus gekocht, gefaulenzt und und und.

Nach Weihnachten bis Silvester sind wir mit einem gemeinsamen Freund in den Himalaya gefahren.
Fast bis an die tibetische Grenze, nach Lower Mustang. Wunderwunderbarst schön! 




In diesem Gebiet gibt es eine der wichtigsten Tempelanlagen des Hinduismus und Buddhismus, Muktinath. Ein unglaublicher, berührender und nebenbei wunderschöner Ort.

Der Weg dorthin war nicht besonders bequem und leicht, aber wir haben es letztendlich geschafft! Nach einem guten Tag in local Bussen und Jeeps sind wir schließlich auf 2700 m angekommen und haben eine Nacht in Jomsom verbracht um am nächsten Tag nach Muktinath selber zu Fuß aufzubrechen, da wir der Pilgertradition zu diesem Ort wenigstens auf dem letzten Stück nachkommen wollten. Was sich letztlich als schwierig herrausstellte, denn wir waren doch "verhältnismäßig" untrainiert, was die Kombination von Anstrengung und Höhe angeht. Letztendlich lief es darauf hinaus dass sich die eigentlichen 3 Stunden Laufstrecke als anderthalb Tage herrausstellten und wir so eine Nacht in einem wunderbaren Dorf unterhalb von Muktinath verbracht haben (man muss aber auch dazu sagen, dass die angegeben 3 Stunden nichts anderes als ein schlechter Scherz oder Verarschung gewesen sein können). Diese Nacht jedoch war nicht der reine Spaß da wir allesamt verdammt beschschschsch...eiden geschlafen haben, aufgrund der Höhe (mittlerweile um die 3400m).
Im Dorf Muktinath selber sind wir dann mit dem Jeep angekommen und nur das letzte Stück hochgelaufen, was sich allerdings auch als ausreichend anstrengend erwiesen hat. Atmen, Schritt, Aaaatmen, Schritt,AAAAAAAaaaaatmen, Schritt. Höhe sei nicht zu unterschätzen.
In Muktinath Tempel angekommen haben wir uns Zeit gelassen den Ort zu genießen und jeder ist für sich oder zusammen umhergestreift. Auf einem Dach am Rande der Anlage saß ich auf der vermutlichst höchsten Stelle meines Lebens und genoss es einfach nur, zu sein, zu sehen und zu atmen ohne Smog, Abgase, Müll, Menschenmengen etc pp...

Der Weg von den 3800m wieder runter hat uns in das Dorf Kagbeni getrieben, in die Red House Lodge. Eine selten tolle Lodge. Eine kleine traditionsträchtige Kuriphähe des Himalaya. Seit 350 Jahren in der selben Familie, ein eigener Gebetsraum im Haus, der Flur mit Gebetsmühlen gespickt, Wandmalereien des Feinsten und einfach eine wirklich herzliche und herzensgute Familie.

Die Fahrt von Kagbeni nach Muktinath war dann wirklich eine harte Prüfung für uns alle. Von Jeepfahrern beschissen, Hangabsturzangst der Einen und ein stockbesoffener Kerl hinter uns für die Andere. Juchhee! Die Absturzangst war zugegebenermaßen angemessen! Selbst hier in Nepal ist mir noch kein so katastrophaler Bus mit einem so unfähigen Fahrer untergekommen und das in Kombi mit wirklich wirklich sehr waghalsigen Straßen.... NEIN! Damit komme ich selber eigentlich ganz gut klar, wo es aber aufhört ist, wenn hinter mir ein besoffener Kerl herrumgrollt und grummelt und ich jede Sekunde Schiss haben muss, dass er mir in den Nacken kotzt! Nichts passiert, aber trotzdem!
Letztendlich in Tatopani angekommen sind wir nur noch in die dortigen Heißen Quellen gesprungen und haben uns eine Stunde Lang erstmal nicht wieder bewegt. Welch eine wunderbare Erfindung der Natur, wenn wir hier auch wieder Bekanntschaft mit einer wirklich furchtbaren deutschen Reisegruppe machen mussten. Fremdschämen Ahoi!!! Die vorher geklauten Orangen haben uns aber endgültig besänftigt.

Getrennt vom männlichen Teil der Dreiertruppe sind wir wieder in Pokhara an Silvester angekommen und haben ein sehr ruhiges und entspanntens Neujahr erlebt. Die letzten Tage war dann Touriprogramm angesagt aber auch eher unkonventionelles Programm.



In Kathmandu werde ich eine Gruppe von 11 Russen (3 Familien und ein paar Einzelpersonen) durch die Sehenswürdigkeiten der Stadt geleiten. Diese, sehr sehr nette und ungewöhnliche, Gruppe haben wir in Kagbeni kennengelernt, in eben jener wunderbaren Lodge.

Durch Zufall habe ich zwei Männer kennen gelernt die auf der Suche nach nachhaltigen Projekten waren bzw. sind über welche sie dann kurze Dokumentationen drehen. Demnach wird es wohl demnächst eine bzw zwei Dokus im Internet mit mir geben. Was daraus noch wird, keine Ahnung! Die beiden Endvierziger sind nicht so ganz einzuschätzen was da noch alles an Ideen kommen kann :D vielleicht Übermorgen zu Farm meiner Kooperative, vielleicht aber auch nicht... Wir werden sehen.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Zölibat, Mantras, Gebetsmühlen, Meditieren, Einsamkeit... GERÜCHT :D

Wer hätte gedacht dass auch einige Mönche heiraten? Und wer hätte gedacht, dass so der eine oder andere Geld dafür bekommt 3, 50 oder auch 1000 Mantras zu rezitieren. Wer hätte gedacht, dass Mönche kaum allein anzutreffen sind? Wer hätte gedacht, dass so ziemlich jeder Westler ernsthafter bei der ganzen Sache ist als viele Mönche bzw. Novizen? 
Was für Gerüchte! Ich hätt' es selber kaum glauben mögen, bevor ich es hier im tibetischen Viertel Kathmandus Bodhnath hautnah erlebe.

Möche und Nonnen. Ein großes Mysterium. Und wirklich alle sind doch auch einfach nur Menschen!

Die Gründe aus welchen die einzelnen Personen sich für ein Mönchs - bzw. Nonnenleben entscheiden, sind unglaublich breit gefächert. Einige haben erst als Erwachsene aus tiefer Überzeugung entschieden, dass sie sich mit ihrem Körper und Geist dem Buddhismus hingeben wollen. Die freiwillige Variante.
Andere wurden von ihren Familien ins Kloster entsandt, aus unterschiedlichsten Gründen. Früher und auch heute ist es noch der Brauch, dass (kinderreiche) Familien einen ihrer Söhne in die Obhut eines Klosters geben, um den Glauben am Leben zu erhalten und sich zudem die Gunst der Götter zu sichern. Die  Söhne sehen ihre Familien dann nur noch selten. Für viele Familien war und ist es aber auch ein wichtiger Grund, dass der Sohn im Kloster ein gesichtertes Leben hat. Er wird erhährt, hat ein Dach über dem Kopf. Besonders auch für körperlich und geistig eingeschränkte sicherte dies häufig die Existenz. Die weniger freiwillige aber doch auch manchmal sinnvolle Variante.

Ich bin mittlerweile ziemlich entmystiziert was das ganze Thema angeht. Die mystischen und spirituellen Erwartungen die man als "Laie" hat, entsprechen nur zu sehr kleinen Teilen der Wahrheit. Man sollte sich im Klaren sein, dass das Leben eines Mönches ähnlich wie jedes andere ist. Der Job ist die Spiritualität. Ich muss aber auch zugeben, dass man schon behaupten darf, bei einigen (nicht sehr vielen) die Früchte der spirituellen Arbeit entdecken zu können ;-) .

Das Wesen der Mönche ist genauso unterschiedlich wie das eines jeden anderen Menschen auch, eines haben dennoch die meisten gemeinsam: fast alle bekommen liebend gern Grins- und Lachanfälle des Feinsten!! So ziemlich alles kann als Grund befunden werden, sich mal wieder so richtig zu beömmeln! 
Viele sind sehr Kontakfreudig, man kommt leicht mit ihnen in ein nettes Gespräch und wird durchaus auch zu einer Puja eingeladen.
Die Kargheit in der Mönche leben ist, zumindest was Bodhnath betrifft, nur eine Halbwahrheit, wenn überhaupt! Mönche gehen unglaublich gerne unglaublich dekandent Essen. Kuchen, Tee, Kaffee, und was es sonst noch so an Leckereien gibt. Nicht selten besteht in meinem Lieblingscafé die Hälfte der Kundschaft aus Mönchen und Nonnen.Nichts mir Kargheit und Askese, zumindest nicht hier.
Einige Mönche (ich habe noch keine Nonnen diesbezüglich gesehen) verdienen sich ihren Lebensunterhalt damit im Auftrag von Laien Mantras zu rezitieren. Mittlerweile kennt man so das eine oder andere Gesicht, grüsst sich, trinkt einen Tee gemeinsam und geht wieder getrennter Wege.

Eine Nonne oder ein Mönch lebt nicht zwingend in einer Klostergemeinschaft, es gibt durchaus einige, die in ihren eigenen Zimmern oder Wohnungen leben und zu den Pujas und Festigkeiten ins Kloster gehen, aber wieder in den eigenen Lebensbereich zurückkehren.


Ebenso heist das auch, dass es einer Nonne oder einem Mönch (in bestimmten Umständen und nicht in allen Sekten) erlaubt ist zu heiraten und Kinder zu zeugen.
Hier in meinem Umkreis gibt es auch einige Westler, welche sich für das Leben eines Mönches oder einer Nonne entschieden haben.

Einen Teil von "Weihnachten" werde ich mit einer buddhistischen Nonne und einer weiteren Buddhistin verbringen. Sie kommt aus der Schweiz, lebt aber schon seit einiger Zeit in Nepal, Pokhara. Wie das wird kann ich mir wirklich nicht vorstellen! Aber ganz sicher sehr sehr nett, mit viel Spaß und Lachen.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Müll, Müll, Müll und nochmal Müll...

Es ist unglaublich wie gedankenlos und unverantwortlich hier mit dem Thema Müll umgegangen wird!

Vor den Häusern: Müll, an den Straßenrändern: Müll, mitten auf der Kreuzung: Müll, im Gebüsch: Müll, Müll, Müll... wo man hinschaut, hintritt: Müll, Abfälle, Hundescheiße...
Es stinkt zum Himmel! Im wahrsten Sinne des Wortes!!! Neben Tempeln liegt, wie war es anders zu erwarten, Müll! Und der heilige Fluss "Baghmati" ist ein Müllstrudel ohnes gleichen. Krankheiten tummeln sich ohne Ende umher, und man hat das Gefühl allein durch atmen entweder im nächsten Moment eine Krankheit zu haben oder zu ersticken :D In diesem Fall werden mittlerweile sogar internationale Organisationen aufmerksam und prangern die Umstände an.

Und das schlimmste ist, man gewöhnt sich in Gewisser Weise dran. Man ist nicht bei jedem Müllhügel mehr am ersticken, sondern nur an jedem dritten ;-) .
Und dann diese krassen Gegensätze! 
Hier der Müll und ein paar Meter weiter ein prächtiges, farbenfrohes Kloster, ein Tempel mit Gold verziert und Ritualfarben überall.

Knalligfarbene Kleidung der Menschen hier und wieder der Müll. Eine Kuh, ein Hund oder ein Vogel wühlt darin herum. Man sieht den meisten Hunden an, dass sei zu viel Kontakt mit derartigem Mist haben. Viele sehen wirklich übel aus, haben Hautkrankheiten und ähnliches, dazu aber mehr demnächst.

Überall wo Mensch ist, ist Plastik, ist Müll! Kommt man in wirklich abgelegene Gegenden wird es weniger, die Luft wird klarer, man atmet tiefer, eine Wohltat. Im Verkehr sind dann vorallem die Abgase und der Staub extrem eklig, ohne Atemmaske geht auf längeren Strecken gar nichts, zumindest auf dem Bike. Die Büsche und Bäume am Straßenrand sind grau bestäubt.

Das generelle Hygienebestreben und Hygienebewusstsein lässt aus westlicher Sicht zu wünschen übrig. Da habe selbst ich teilweise das drängende Bedürftnis nachzuputzen :-p. Teilweise hat man einfach nur das Bedürfnis die Hände zu schrubben wie sonst was und sie mit Hygienezeug eunzuschmieren bis zum geht nicht mehr :D ... Dreck an sich ist ja nicht das schlimme, wenn es Stauboder ähnliches wäre, aber es gammelt und stinkt einfach echt gefährlich nach Bakterien, Pilzen und Viren, sprich nach Krankheiten.
Es ist an sich auch schwieriger gesund zu bleiben als krank zu werden :D aber man geht bewussten mit allem um, ist nicht mehr so leichtsinnig.
Aber auch das generelle Bewusstsein für ästhetisches Leben, geschmackvolle Häuser (ausgenommen Klöster und Tempel) geht den Leuten hier völlig ab :D natürlich, mit Ausnahmen. Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.
Das krasseste an dem Ganzen ist einfach der Kontrast zwischen religiöser Kunst, Liebe zur Schönheit der Farben und Dreck, Müll. Beim ganzen Schreiben und Sinnen darüber fang' ich an zu schmunzeln, zucke mit den Schultern; typisch Nepal eben; widersinnig!

Montag, 29. November 2010

Und doch gibt es dann Momente wo man an einer Oase zweifelt!

Ich bin umgezogen in einen anderen Teil Boudhanaths. Dementsprechend muss ich einen anderen Weg gehen um nach Hause zu kommen. Dieser Weg ist wirklich dunkel, einsam, zwischen Müllbergen hindurch und bei Stromausfall einfach noch ätzender als sowieso! Die Leute sagen vor diesem Weg ist es sicher, danach nicht mehr, bei Dunkelheit. Ich wollte ihnen nicht glauben, hab mich sicher gefühlt und musste lernen dass Nepalis und Tibeter mit ihrer Vorsicht Recht haben können.
Das einzige Mal alleine diesen Weg bei Dunkelheit gegangen und prompt werde ich ausgeraubt. Eine dunkle Gestalt kommt von hinten und reisst meine Tasche weg und rennt und rennt und rennt. Keine Chance ihn einzuholen. Ich wusste nicht dass ich so laut schreien kann :D schön zu erfahren war es, dass die Leute dort wirklich reagieren, innerhalb weniger Momente waren Leute bei mir und wollten wissen was passiert sei. Keine Chance ihn einzuholen, das sahen auch sie so.
Nach einigem Geschimpfe auf den "sicherlich Drogenabhängigen" (ich bin mir da nicht so sicher) hat sich alles beruhigt und ich bin erstmal in unsere Wohnung und hab schon überlegt was ich wegen meinem Perso und den Bankkarten mache ( sperren!!!) als es an der Tür klopft und der Ladenbesitzer von gegenüber mir zuwinkte ihm zu folgen. Zu dritt trauten wir uns... jemand hatte gesehen wie er meine Tasche auf ein Dach geworfen hatte und so ist ein junger Tibeter mit Verrenkungen auf das wenig Vertrauenerweckende Dach geklettert und hat meine Tasche gefunden. Geld, Kamera, Deo und Pfefferspray fehlten. Ich habe in den nächsten Tagen danach so die ein oder andere rachsüchtige Variante ersonnen was er mit dem Pfefferspray unwissentlich anstellen könnte: unwissend was es ist sich als Deo irgendwo hinsprühen oder gar inhalieren :-p 
Aber doch bin ich einfach nur froh dass ich heile bin und unversehrt bin!!!
Denn nur 2 Stunden später wurde auf dem gleichen Weg ein älterer Tibeter niedergeschlagen und ausgeraubt! Diesen hat es Welten fieser getroffen als mich! Ein Krankenhausaufenthalt wäre hier das letzte wonach ich mich sehne!!!
Einfach nur dankbar dass ich unversehrt bin!!
Mittlerweile kann ich wieder kleine Scherze über diese blöd günstige Situation für den Typen machen :-p , aber diesen Weg werde ich sicher nicht alleine bei Dunkelheit wieder gehen!
Ich denke es hat auch den positiven Effekt dass wir alle hier jetzt etwas bewusster mit der Situation umgehen und vorallem als Mädels etwas vorsichtiger sind.

Dennoch hab ich die letzten Tage echt super viele schöne Sachen unternommen und erlebt! Und das schönste ist überhaupt dass endlich die Survey fast durch ist!!!!

Der Weg zu unseren Zielen hat seltene Seiten Kathmandus offenbart, da wir in völlig andere Stadtgebiete gekommen sind sonst.



Wir waren am sogenannten Affentempel, Swayambu Nath, der seinem Namen wirklich gerecht wird

und einfach auch wunderschön ist und man einen absolut genialen Blick über Kathmandu hat, gerade bei
Dämmerung!
                                                        Der Hauptweg, mit Eintrittszahlung,

und der Weg ohne Eintrittszahlung ;-)




 Am Vormittag haben wir uns noch ein paar Stunden in Thamel, dem Touristenviertel, angetan, da die Kathi noch einiges brauchte, denn sie flüchtet Morgen wieder aufs Land. 

Am Sonntag sind wir dann auf einmal apprupt stehen geblieben und haben realisiert dass der 1. Advent war. Bei Sonnenschein und T-Shirtwetter und doch ist der Schnee wirklich nicht weit entfernt. Auch jetzt sehe ich in der Ferne einzelne Bergkuppen die mehr und mehr mit Schnee bedeckt sind...
Wie ich das ganze Weihnachtsgerummel einfach mal gar nicht vermisse :D

Abends sind wir dann ein zweites Mal hier ins Theater gegangen, da hier im Moment ein internationales Theaterfestival ist.
Das erste Mal das wir da waren, ist eine deutsche Schauspielgruppe aus Berlin aufgetreten. Ein selten schlechtes Beispiel für "deutsches" Theater :D völlig ohne Hintergrund und Zusammenhang teilweise.
Gestern dann haben wir uns ein thailändisches Stück angeschaut, welches wirklich, wirklich genial war :D zum Totlachen gut! Mit unseren Lachanfällen haben wir sicher einige Nepalis einmal mehr von der Durchgeknalltheit der Westler überzeugt!


 

Dienstag, 23. November 2010

Dieses Mal ein kleiner Einblick in mein städtisches Leben, hier in Bodhnath, Kathmandu, der gefühlt kleinen Oase im Smogloch Nepals.


 


Ich muss zugeben, dass sich viele Vorurteile bestätigt haben aber auch einige Sachen nicht. Dieser Stadtteil ist z.B. bei weitem nicht so hektisch und aufgedreht wie der restliche Teil Kathmandus. Die Preise sind hier schon am Anfang des Handelns die, die man im Touristenviertel Thamel maximal erhandeln könnte.

Ein Hauptgrund hierfür ist sicherlich auch, dass Boudha das tibetische Viertel ist und somit man an jeder Ecke immer wieder private Pujas ( der buddhistische"Gottesdienst") hören und mit  ausreichend recken erspähen kann.

In diesem Stadtteil werden Hunde nicht getreten, sondern es wird sich um eine Hündin mit Welpen wochenlang gekümmert wie z.B. im Café in welchem ich grade sitze.

Natürlich, auch hier ist es dreckig und stinkt an vielen Ecken wirklich bestialisch aber eben nicht so ekelerrengend wie in anderen Teilen der Stadt.

Es ist wunderschön die Tibeter bei ihren Koras zu beobachten

und die tiefe Versunkenheit um 6 Uhr Abends zu genießen wenn alles zur Ruhe kommt und der Tag mit einer oder auch 2 oder 3 Runden um die wunscherfüllenden Stupa beendet wird.
Besondern schön ist es wenn an bestimmten Abenden unzählige von Frauen mit Tischen voll Butterlampen rund um die Stupa stehen und man eine dieser Lampen für 5 Rupies anzünden kann.


Es ist ebenso toll endlich langsam anzukommen (zwar auch wiederum absolut nicht, aber das werde ich in dem Sinne auch nie) und rauszufinden wo es wirkliche Brownies gibt und wo man am besten dieses und jenes essen kann, wo es einige Bio-Lebensmittel gibt und das beste Brot, und wo man für 50 Rupies einen absolut superleckeren Burger essen kann!
Langsam kennen die Bettler einen und wissen dass man kein Geld sondern wenn, dann eine Banane oder ein Stück des Brotes gibt. Die Taxifahrer merken dass ich den wirklichen Preis kenne und diesen auch nur zahlen werde.

Langsam wird es kühler hier, es weht ein frischer Wind ... und Schwups ist der Strom weg, das wird jetzt ca. 2 Stunden dauern bis die Lichter wieder angehen... mal schauen wie lange das Internet noch funktioniert.

Von einem der Klöster in der Nähe höre ich jetzt die Abendpuja mit tibetischen Trompeten und Trommeln und den Mantras der Mönche und bald werde ich nach Hause in die neue Wohnung und sicher nicht allzu spät ins Bettchen fallen. Schon gar nicht seitdem ich Bekanntschaft mit der typischen Westler-Krankheit hier machen durfte :D

Und gerade höre ich in Deutschland schneit es und kann es kaum glauben!

Ich verabschiede mich, bis in Kürze